Übersetzt aus dem Englischen. Geschrieben von Vivobarefoot Designer Joel.

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minimalistblog_3_image5Als Designer liebe ich Objekte, aber ironischerweise besitze ich davon nur wenige.

Schon bevor ich Designer wurde, habe ich Objekte geliebt. Während meiner Kindheit sammelte ich Modellautos, -flugzeuge und -figuren…ich war schon immer von ihren Formen und Funktionen fasziniert.
Ich wollte wissen, wie sie gebaut wurden oder was in ihnen drin war und letzten Endes habe ich sie in ihre Einzelteile zerlegt. Oft war das Problem, dass ich, sobald ich verstanden hatte, was ich wissen wollte, das Interesse für das Objekt verlor, bis ich ein anderes entdeckte.
Heute weiß ich, wie Dinge aufgebaut sind. Meine Designausbildung und meine Leidenschaft bringen mich dazu, alle Herstellungsprozesse zu verstehen.
Es ist immer noch ein Spiel, wie damals in meiner Kindheit. Der einzige Unterschied ist, dass ich jetzt zwischen einem guten Produkt und einem schlechten Produkt unterscheiden und die richtige Kaufentscheidung treffen kann.

Vor dreieinhalb Jahren zog ich nach London. Von Berufswegen reise ich viel, außerdem ist London eine Stadt, in der es seine Zeit braucht, sich einzurichten, deswegen zog ich oft um.
Ständig in Bewegung zu sein zwingt einen dazu, seinen Besitztum auf das Nötigste zu reduzieren. Ich liebe es, schnell und mit leichtem Gepäck zu reisen, nur mit dem, was ich brauche.

 

minimalistblog_3_image1Meine Leidenschaft für gute Produkte und die ständige Bewegung zusammen veränderten meinen Alltag.

Manche nennen mich einen Minimalisten, aber ich mag das Wort Essenzialist lieber.
Ich versuche nicht einfach so, mit möglichst wenig zu leben, sondern ich versuche, nur das zu kaufen und zu nutzen, was ich wirklich brauche.
Ein minimalistisches Leben zu leben, könnte zu Entbehrung und Kompromissen führen, deswegen ziehe ich den Begriff Essenzialist vor. Schließlich kommt das Wort essenziell von Essenz, also Substanz und Wesentliches.
Das Wesentliche, um dein alltägliches Leben zu leben, aber auch das Wesentliche, um dich glücklich zu machen.
Wenn du es liebst, zu lesen, wenn es für dich essenziell ist, solltest du deine Leidenschaft nicht aufgeben, einfach nur um keine Bücher zu besitzen.

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Es liegt in der Natur des Menschen immer mehr haben zu wollen. Egal wie reich wir sind, wir sind immer nur für eine kurze Zeit zufrieden. So wie ich in meiner Kindheit, verlieren wir, sobald wir uns einem neuen Produkt gewidmet haben, das Interesse und brauchen gleich ein neues Spielzeug.

Nicht, weil wir das so wollen, sondern weil wir es können und weil es uns so gesagt wird.

Die Welt ist voller Produkte, wir haben alles, und doch wollen wir immer noch mehr. Wir wollen mehr, weil wir sehen, dass es mehr gibt. Wir werden ständig mit Neuem bombardiert, ein neues Auto, neues Handy, neuer Fernseher…Aber brauchen wir das wirklich?

minimalistblog_3_image3Ich versuche essenzialistische Prinzipien nicht nur in meinem Alltag, sondern auch im Schöpfungsprozess umzusetzen. Design sollte zeitlos und essenziell sein.

Aber ein Produkt, das zu minimalistisch ist, wird, genau wie in deinem Alltag, einfach nur kalt und seelenlos wirken. Da liegt die Aufgabe eines Designers, die richtige Balance zwischen Form und Funktion zu finden, dem Produkt das gewisse Etwas zu geben.

Besitztümer zu reduzieren und intelligentere Käufe zu tätigen sind essenziell, um unseren Konsum einzuschränken und nachhaltiger zu agieren.
Um das zu erreichen, habe ich ein paar Regeln aufgestellt: jedes Mal, wenn ich ein interessantes Produkt sehe, frage ich mich Folgendes:

  • brauche ich das wirklich?
  • werde ich es mehr als einmal benutzen?
  • wird es lange halten?
  • wenn du das kaufst, musst du dafür etwas anderes loswerden, was du im letzten Jahr nicht benutzt hast.

Also stell dir das nächste Mal diese Fragen, wenn du Einkaufen gehst und dieser verrückte Pullover oder jenes supertolle Handy dich in Versuchung führen.

 

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