Wolfgang Hochholzer von Trail-x-action.de ist begeisterter Sportler und Trailrunner. Barfußschuhe im Alltag und beim Trailrun auszuprobieren, das war seine neuste Herausforderung. Im heutigen Gastbeitrag berichtet Wolfgang Hochholzer über seine Erfahrungen und den Einstieg ins Barfußlaufen mit dem VIVOBAREFOOT Primus Trail Soft Ground und gibt viele Tipps für Barfuß-Beginner, die vielleicht auch das ein oder andere Problem mit ihren Füßen haben. Hier kommt der Testbericht des Trailrunning-Experten:

“Barfußlaufen ist nichts wirklich Neues und auch kein Hype, der sich durch die Laufszene zieht. Es gibt sie schon lange, die Minimalisten, die Null-Sprengung Fans, die Natural Runner. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als mich 2014 beim Sardinia Trail, einem 3-Tages-Trailrun, der die Teilnehmer durch die wilde, sardische Küsten- und Berglandschaft führt, auf jeder Etappe ein Holländer in Laufsandalen stehen ließ und ich ungläubig das Nachsehen hatte.

VIVOBAREFOOT Trailrunner Primus Trail Soft Ground

Senk-, Knick-, Spreiz-, Plattfuß – die denkbar ungünstigste Konstellation für Läufer. Das ist die Diagnose des Orthopäden, als er meine Flossen begutachtet. Ein schlechtes Fundament hat negative Auswirkungen auf die gesamte Statik des Körpers. Da es bei mir schon länger überall zwickt und zwackt und nichts wirklich helfen will, fang ich jetzt einfach mal ganz unten an – bei den Füßen – und zwar barfuß!

Barfußlaufschuhe sind mit Sicherheit nicht der Heilige Gral der Läufer! Aber sie bieten den Füßen eine willkommene Abwechslung im Training, was sehr viele positive Nebeneffekte mit sich bringt. Barfußlaufen stärkt die Fußmuskulatur, korrigiert die Haltung des Körpers und stimuliert die Sinneswahrnehmung durch den direkten Kontakt mit dem Boden. Wenn wir barfuß laufen, laufen wir richtig. Das heißt, wir kommen weich auf der Ferse auf und nutzen die Kraft unserer Zehen, um uns wieder abzustoßen. So stärken wir unsere Muskeln und verbessern unsere Sinneswahrnehmung und Haltung. Das Tragen von herkömmlichem Schuhwerk mit unflexiblen Stützsohlen und gepolstertem Absatz verhindert diese Bewegung, schwächt den Fuß und kann zu Verletzungen führen. Barfußlaufen beugt Verletzungen vor.

Der Einstieg

Ein langsamer und bedachter Einstieg ins Barfußlaufen ist das A und O. Bei vielen Menschen ist die Fußmuskulatur etwas verkümmert. Durch das ständige Tragen von festen Schuhen müssen sich die Fußmuskeln auch nicht mehr anstrengen und bilden sich deshalb zurück. Genauso, wie die Muskulatur, müssen sich auch die Sehnen und Gelenke an das „Nacktsein“ gewöhnen. Mein Einstieg ins Barfußlaufen hatte erstmal über lange Zeit gar nichts mit Laufen zu tun, sondern ich versuchte Barfußlaufschuhe so gut es ging im täglichen Leben, in der Arbeit und in der Freizeit zu tragen – anfangs nur sporadisch, später dann im täglichen Wechsel mit festen Schuhen. An den Barfußtagen hatte ich abends immer einen richtigen Muskelkater im Fußbereich und die Achillessehne antwortete mit einer leichten Reizung, was ich aber durch Dehnen und Rollen wieder in den Griff bekam. Der vernünftige Menschenverstand sagt einem dann, dass man in diesem Zustand das Barfußlaufen noch etwas aufschieben und dem Fuß noch etwas Anpassungszeit geben muss. Ein paar Wochen später war es dann so weit – ich fühlte mich im Alltag richtig wohl in den Dingern und hatte keinerlei Bedenken mehr nun endlich auch mal im Laufschritt die Barfußlaufschuhe zu testen. Auch hier steigerte ich mich wieder langsam und bedacht. Den ersten Lauf absolvierte ich am Fußballplatz, später dann auf Waldboden im flachen Gelände. Auffällig war irgendwie, dass ich automatisch kleinere Schritte mit höherer Frequenz lief und das Ganze eher auf den Vorfuß verlagert. Mittlerweile sehe ich bei Distanzen bis zehn Kilometer, egal welches Gelände oder Untergrund, keine Probleme oder Einschränkungen mit den Barfußlaufschuhen – ok, Teerstraße muss  es (noch) nicht gerade sein, aber das laufen wir Trailrunner ja eh nicht ;-)

Die Ausrüstung

Wie anfangs erwähnt ging mein Weg zum Barfußlaufen erstmal über langsames Herantasten durch Tragen von Barfußschuhen im Alltag. Hierzu legte ich mir von VIVOBAREFOOT den Casualschuh Gobi II zu. Egal ob im Büro oder in der Freizeit, der Schuh macht überall eine gute Figur. Die 3mm dünne Sohle, 0mm Sprengung und eine lockere Passform im Vorfußbereich generieren ein maximales sensorisches Feedback und sorgen für ein angenehmes Barfußgefühl.

VIVOBAREFOOT Trailrunner GobiVIVOBAREFOOT Trailrunner Gobi

Als Barfußlaufschuh habe ich mir von VIVOBAREFOOT den Primus Trail Soft Ground ausgesucht. Das 250g Leichtgewicht sorgt mit einer 3mm dünnen, durchstichfesten Sohlentechnologie, einer 0mm Sprengung, einem atmungsaktiven 3M Mesh-Obermaterial und ganz viel Platz im Vorfußbereich für maximale Flexibilität und Freiheit.

Für den Einsatz am Trail werden dem Primus 5mm dicke multidirektional ausgerichtete Profilnoppen spendiert, ähnlich, wie wir es vom Salomon Speedcross kennen. Durch die sockenartige, atmungsaktive Konstruktion schmiegt sich der Schuh wie eine zweite Haut an den Fuß. Trotz viel Platz und Flexibilität im Vorfußbereich hat der Primus einen festen Sitz am Fuß durch einen etwas engeren Fersenbereich. Zusätzlich sorgt ein Schnellzugverschluss für einen guten Sitz. Die Einlegesohle kann bei Bedarf verwendet werden. Vom Tragegefühl her fand ich den Schuh mit Einlegesohle angenehmer, als ohne. Sie verleiht dem Fuß eine Nuance mehr an Dämpfung und gefühlt mehr Atmungsaktivität. Der Schuhabschluss am Knöchel verhindert gekonnt das Eindringen von Steinchen und Schmutz.

VIVOBAREFOOT Trailrunner Primus Trail Soft GroundVIVOBAREFOOT Trailrunner Primus Trail Soft Ground

Beim Einsatz am Trail schlägt sich der Primus prima!

Durch die Kombination aus einer dünnen, flexiblen Sohle mit einem aggressiven Noppenprofil hat der Schuh einen guten Kontakt zum Untergrund und generiert einen starken Grip. Lediglich auf nassen Felsen und Gestein kommt die Gummimischung von VIVOBAREFOOT an seine Grenzen. Hier wäre etwas mehr Grip wünschenswert.

Der Schnellzugverschluss hält pflichtbewusst. Auch über längere Läufe musste das Verschlusssystem nicht nachgestellt werden. Das Ende des Zugsystems lässt sich praktisch unter der Schnürung verstauen und hält dort auch zuverlässig.

Der Tragekomfort ist VIVOBAREFOOT absolut gelungen. Den Schuh spürt man so gut wie nicht.  Er verleiht ein richtiges Barfußgefühl – nur halt mit Grip.

Fazit

Für mich als Trailrunner stellt die Integration von Barfußlauf-Einheiten zusätzlich zu den „normalen“ Trainings-Einheiten mit festen Schuhwerk eine absolut sinnvolle Kombination dar. Ganz bestimmt möchte ich jetzt nicht jeden Lauf mit Barfußschuhen machen, da es schon eine gewisse Einschränkung hinsichtlich Distanzen, Speed und Untergrund bedeutet (für mich zumindest). Die Vorteile, die das Barfußlaufen mit sich bringen, sind mir allerdings sehr wohl bewusst geworden und deshalb finde ich eine gesunde Mischung aus Barfußlaufen und Laufen mit festem Schuhwerk als die zielführende Variante. Barfußlaufen wird für mich ein fester Bestandteil im Training werden.

VIVOBAREFOOT Primus Trail Soft Ground: absolut empfehlenswert!

Weitere Infos auf: www.vivobarefoot.de

Hier könnt ihr den Originalbeitrag lesen.